Logo Verkehrsverein Bremen
Chronik
1970
• Die Arbeitsgemeinschaft „Drei Hansestädte – Bremen – Hamburg – Lübeck“ wird gegründet. • Bremen verschenkt seinen alten Ruf: Image-Kampagne für 750.000 Mark soll Bremen-Bild aufpolieren.

1971
• Die Bremer Universität nimmt den Lehrbetrieb auf. • Die ersten Fahrzeuge der Daimler-Benz AG, Transporter, werden in der Hansestadt produziert. • Der erste Liegeplatz des neuen Container-Terminals in Bremerhaven wird übergeben. • Der erste Trans-Europa-Express Bremen-Wien fährt.

1972
• Der Verkehrsverein wird vom Senator für Häfen, Schifffahrt und Verkehr zur Senatskanzlei überstellt. • Das Schloss Schönebeck wird zum „Heimatmuseum Schloss Schönebeck“.

1973
• Das Verkehrsbüro der Senatskanzlei wird eingerichtet. Leiter ist Jürgen Werner. • Die Sögestraße wird für jeglichen Fahrzeugverkehr gesperrt.

1974
• Senator a. D. Franz Löbert übernimmt den Vorsitz des Verkehrsvereins. • Die Bronzefiguren des Bildhauers Peter Lehmann, ein Schweinehirt und seine Herde, werden in der Sögestraße aufgestellt. • Die Erno-Raumfahrttechnik baut das Weltraumlabor „Spacelab“.

1975
• Senator a. D. Dr. Ulrich Graf wird Vorsitzender des Verkehrsvereins. • Die über 600 Kilometer lange Strecke von Hanau bis Bremen heißt jetzt „Deutsche Märchenstraße“. • Der Wochenendscheck wird durch den Bremen Komm-Pass ersetzt. • Das Deutsche Schiffahrtsmuseum Bremerhaven wird eingeweiht.

1976
• Die „Waldbühne“ im Bürgerpark wird eröffnet. • Der US-Astronaut Edward Gibson ist zu Gast bei der Erno-Raumfahrttechnik.

1977
• Bremen-Nord-Rundfahrten werden in das Programm Die Hallen 3 und 4 der Stadthalle sind fertiggestellt. • Die Zahl der Helgoland-Passagiere ist auf 111.000 gestiegen (1955: 26.000)

1978
• Im Jubiläumsjahr werden mehr als 1.000.000 Drucksachen herausgegeben. • Ein neues Pauschalangebot wird aufgelegt: Stop over am Wochenende.

1979
• Der Verkehrsverein legt eine neue Kongressbroschüre vor. • Das Übersee-Museum wird nach mehrjähriger Umbaupause wieder geöffnet.


Kontraste betonen

Seit Bestehen des Büros Bremen-Werbung kann sich der Verkehrsverein auf seine eigentliche Aufgabe konzentrieren, die Fremdenverkehrswerbung. Die nimmt nicht nur eine wichtige Position in der Wirtschaftswerbung ein, sondern unterstützt im entscheidenden Maße die Bemühungen, das Bremen-Image zu verbessern. Das dürfe nicht nur durch museale Zurschaustellung der Vergangenheit geschehen, heißt es bei der Mitgliederversammlung 1970. Die Stadt muss auch als lebendiges Zentrum des 20. Jahrhunderts gezeigt werden. Kontraste betonen, lautet die Devise: auf der einen Seite der Schnoor als ältestes Quartier Bremens, auf der anderen Seite junges Wohnen in der Neuen Vahr; das Spektrum reicht von den Bremer Stadtmusikanten bis zur Raumfahrtindustrie.




Kinderfreundliches Bremen

Die Gastronomie der Hansestadt macht sich mit der Einführung von Kindertellern und mit neu entwickelten Schildern, die auf kinderfreundliche Hotels und Restaurants hinweisen, bundesweit einen Namen. Bis nach Süddeutschland interessiert man sich dafür.




Bremen best

„Nord, Süd, Ost, West – Bremen best“ – diese Werbeaktion rund um den in der Saison 1968/69 neu eingeführten „Bremer Wochenend-Scheck“ stellt die Hansestadt als kinder- und familienfreundlich heraus. 3.000 Gäste, vorwiegend aus Nordrhein-Westfalen, dem Rhein-Main-Gebiet und dem Baden-Württembergischen, beteiligen sich an der 4. Wochenend-Scheck-Aktion 1971/72. Dem Kritikblatt zum Wochenend-Scheckheft ist Aufschlussreiches zu entnehmen: „So stur ist der Bremer gar nicht“, „Nicht schön, dass die Museen in Bremen am Sonnabend alle geschlossen sind“, „Was soll der Obststand vor dem Roland … keine Zierde … verdirbt einem ja das Fotografieren.“




Maroder Pavillon

Wieder einmal ist der ziemlich marode Pavillon am Hauptbahnhof Thema. „Wir brauchen ein neues Aushängeschild für unsere Stadt“, heißt es auf der Mitgliederversammlung 1971. Die Bremer Hotellerie fordert nicht nur einen schöneren, sondern einen im Zusammenhang mit der Bettenbelegung leistungsfähigeren Pavillon: „Wir brauchen ein besseres Reservierungssystem in unserer Stadt“, damit es nicht zu der gefürchteten Betten-Inflation komme („Die Betten müssen mit der Stadt wachsen“).




Still ruht die City

Warum ist die Böttcherstraße ausgerechnet am Sonnabend kontaktarm? Warum ist das Focke-Museum sonntags nicht bis 17 Uhr geöffnet? Warum gibt es in Bremen sonntags für Ausländer keine Wechselstuben? Warum dürfen die Künstler im Schnoor sonntags ihre Geschäfte nicht offen halten? Warum ruht sonntags der Betrieb in vielen Restaurants der Innenstadt? Bohrende Fragen und deutliche Worte des Referenten bei der Mitgliederversammlung am 17. Mai 1973. Jürgen Werner: „Es darf schon als ein Kunststück besonderer Art bezeichnet werden, ein ‚totes Wochenende’ zu verkaufen.“ Kritik auch an der offensichtlich mangelnden Bereitschaft, Bremen für Kongresse interessant zu machen. Mit den „klapprigen Holzstühlen“ in der Stadthalle ist wahrlich kein Staat mehr zu machen. Der Tagungsverkehr hat sich rückläufig entwickelt. Befremden des Referenten über „die häufig zu beobachtende Kinderfeindlichkeit in kulturellen Einrichtungen der Stadt“. Der Verkehrsverein will ein Scheckheft für Kinder herausbringen; Schnoor, Focke-Museum, Rockwinkeler Mühle, Bremer Straßenbahn und einige Theater sind dabei.




Zwei Hauptsäulen

Touristikwerbung und Gästebetreuung waren und sind die zwei Hauptsäulen der Fremdenverkehrsarbeit in Bremen. Zu den 640.520 Drucksachen, die der Verkehrsverein 1974 herausgibt, gehört eine neue 30-seitige Informationsbroschüre in fünf Sprachen (deutsch, englisch, französisch, dänisch und spanisch). Der Falk- Plan für Bremen erscheint schon in der 25. Auflage, erstmals ist auch ein eigenständiger Baedeker Bremen – Bremerhaven auf dem Markt. Die Übernachtungszahlen sind rückläufig: rund 591.000 in 1974 gegenüber 613.000 in 1973 und 644.000 in 1972. An der Spitze der ausländischen Gäste liegen mit 16,1 Prozent die Nordamerikaner, danach folgen die Briten (14,5 Prozent), die Skandinavier (13,5 Prozent) und die Niederländer (12,3 Prozent). Stadtführungen können außer in deutscher auch in englischer, französischer, spanischer, dänischer und holländischer Sprache angeboten werden. Die Gästeführerinnen betreuen insgesamt 2.544 Gruppen mit 90.420 Teilnehmern. Schülersonderzüge bringen 30.000 Jungen und Mädchen in die Hansestadt. Zahlen aus dem bremischen Gastgewerbe unterstreichen die Bedeutung des Fremdenverkehrs als Wirtschaftsfaktor: 95 Beherbergungsbetriebe und 1.500 Gaststätten erzielen 1974 einen Jahresumsatz von 265 Millionen Mark. Der Verkehrsverein wünscht sich im Interesse der Bremen-Besucher ein Café in der viel fotografierten Windmühle am Herdentor. Außerdem wird der Gastronomie vorgeschlagen, Senioren-Menüs auf ihre Speisekarte zu nehmen.




Trumpfkarten ausspielen

Die Bundesrepublik steckt mitten in der wirtschaftlichen Rezession. Das hat Auswirkungen auf den Geschäftsreiseverkehr, der sich in Bremen deutlich rückläufig entwickelt. Im Städtetourismus hat sich die Werbung für die Hansestadt dagegen günstig ausgewirkt: Bremen ist für Touristen ein interessantes Ziel. Die Trennung Verkehrsbüro und Verkehrsverein läuft Ende 1976 aus, die Form hat sich nicht bewährt. Jürgen Werner, Leiter des Verkehrsbüros, wird neuer Geschäftsführer des Verkehrsvereins. Die Freie Hansestadt Bremen – Stadtgemeinde – erkennt den Verkehrsverein offiziell als Träger der öffentlichen Fremdenverkehrsarbeit an. Damit verbunden sind jährliche finanzielle Zuwendungen. Zugleich wird die Zusammenarbeit mit privatwirtschaftlichen Betrieben und staatlichen Stellen und damit die Zusammenführung öffentlicher und privater Mittel ermöglicht. Der Fremdenverkehr ist eine Trumpfkarte im Bremer Wirtschaftsgeschehen. Frühere Anstrengungen, die Hansestadt als Fremdenverkehrsort interessant zu machen, zahlen sich jetzt aus. Das unterstreicht Jürgen Werner bei der Mitgliederversammlung am 8. November 1977 im Deutschen Haus.




Bremen ist ein Kongresszentrum

Dem Kongresstourismus gehört die Zukunft, aber noch hat in Bremen die kühne Formulierung, „Bremen ist ein Kongresszentrum“ Gültigkeit gegenüber dem angestrebten „Bremen hat ein Kongresszentrum“. Dabei sind alle Voraussetzungen gegeben. Man tage in Bremen nicht in einer Kongressmaschine, sondern in „der Unmittelbarkeit der Begegnung mit den Bürgern der Stadt“ und vor der Kulisse „einer der schönsten Innenstädte auf diesem Kontinent“ (Jürgen Werner).




Im Blickpunkt der Welt

1978 ist ein in vielerlei Hinsicht bedeutsames Jahr für den bremischen Fremdenverkehr mit vielen Höhepunkten: Die Europäische Gipfel-Konferenz und der Besuch der englischen Königin Elisabeth II. rücken die Hansestadt in den Mittelpunkt des Weltgeschehens. Am 7. Juli wird der Verkehrsverein 75 Jahre alt. Touristische Hochkonjunktur herrscht bereits im Mai, gut 20 Prozent mehr Tagestouristen als im gleichen Monat des Vorjahres tummeln sich in der Hansestadt. An die 650 Gruppen mit rund 20.000 Besuchern lassen sich die schönsten Seiten Bremens zeigen. 30 freiberuflich tätige Touristik-Hostessen, die dem Verkehrsverein für diesen Service ständig zur Verfügung stehen, sind von früh bis spät auf den Beinen.




Rauschende Ballnacht

Vor 75 Jahren, genau am 7. Juli, ist der Verkehrsverein gegründet worden. Dies Ereignis wird am 8. Juli morgens mit einem Senatsempfang gefeiert, abends treffen sich mehr als 500 Gäste zum Jubiläumsball im Park Hotel. Zur Freude aller kommen Geschäftsführer Jürgen Werner und sein Team in Kostümen der Jahrhundertwende. Eigentlich soll das große Geburtstagsfest als Gartenparty gefeiert werden, doch es regnet, was der Bremer Himmel hergibt. Das Fest in allen Sälen des Park Hotels wird trotzdem eine rauschende Ballnacht, ein großer Erfolg, von dem noch heute gern erzählt wird.




Für Bremen unentbehrlich

„Wir wollen uns nichts vormachen, Bremen ist kein Kurort. Bremen ist eine Stadt des Industrie- und Gewerbefleißes, ein moderner, auf hohe Effizienz ausgerichteter Welthafen. Das alles stellt auf den ersten Blick keine besonders günstigen Voraussetzungen für die Entwicklungen des Fremdenverkehrs dar. Aber Bremen hat auch Pluspunkte, an deren Herauskristallisierung der Verkehrsverein der Hansestadt maßgeblichen Anteil hat“, betont vor dem Tanzvergnügen der Schirmherr, Bürgermeister Hans Koschnick. Und wiederholt den Satz, den Bürgermeister Wilhelm Kaisen schon bei der 50-Jahr-Feier des Verkehrsvereins 1953 gesagt hat: „Der Senat der Freien Hansestadt hält die Arbeit des Verkehrsvereins für unentbehrlich.“




Seitenanfang
 

Diese Website verwendet Cookies. Datenschutzangaben zeigen