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Chronik
1980
• Für den neuen internationalen Campingplatz am Uni-See beginnt die erste Saison. • Im Rhododendron-Park wird das erste deutsche Azaleen-Museum eröffnet. • Die Walkiefer am Vegesacker Utkiek werden durch einen Bronzeabguss ersetzt. • Das Bremer Spielcasino Böttcherstraße wird eingeweiht.

1981
• Im Städtetouren-Programm der Bundesbahn hat Bremen unter 60 Städten den vierten Platz erreicht (nach München, Berlin und Hamburg). • Der Verkehrsverein führt in neun Sprachen durch sogar Japanisch und Platt sind dabei. • Die neue Ansgarii-Passage ist fertiggestellt.

1982
• Das Geschäftsvolumen des Verkehrsvereins erreicht rund zwei Millionen Mark. • Premiere bei Hapag-Lloyd: Die neue MS „Europa“ tritt ihre Jungfernreise an.

1983
• Die Tourist-Information am Hauptbahnhof wird generalüberholt. • Das Haus Riensberg des Focke-Museums wird seiner neuen Bestimmung übergeben. • Die erste Saison im neuen Eislaufstadion auf der Bürgerweide beginnt. • Der amerikanische Weltraumtransporter Columbia mit dem Spacelab hebt zur ersten von insgesamt 22 Missionen ab. • Der SV Werder Bremen wird Vizemeister der Fußball-Bundesliga. • Nach 138 Jahren schließt die Werft „AG Weser“ für immer.

1984
• Die Bremer Shakespeare Company wird gegründet und spielt in den Räumen der Kammerspiele in der Böttcherstraße. • Das Glockenspiel in der Böttcherstraße gibt es seit 50 Jahren. • Die Brauerei Beck & Co liefert jährlich über drei Milliarden Liter Bier auf den Weltmarkt. • Das Güter-Verkehrs-Zentrum im Neustädter Hafen eröffnet.

1985
• Die Ausstellung der Tourist-Information in der Unteren Rathaushalle hat das Motto „Bremen – die märchenhafte Stadt“. • Der Verkehrsverein schafft die ersten Computer an. • Das Bremer Innovations- und Technologiezentrum BITZ wird gegründet. • Der SV Werder Bremen gewinnt erneut die Vizemeisterschaft der Fußball-Bundesliga. • Das Zentralbad am Richtweg wird für immer geschlossen. • Die Lloyd-Werft in Bremerhaven bucht den größten Umbauauftrag der Welt: die „Queen Elizabeth II“. • Vier norddeutsche Küstenländer schließen sich zur Arbeitsgemeinschaft „Deutsches Küstenland“ zusammen.

1986
• Der erste Bremer Kajenmarkt öffnet seine Pforten. • Im Schnoor haben die ersten Geschäfte auch am Wochenende geöffnet. • Die „Sail 86“ in Bremerhaven wird zum grandiosen Erfolg.

1987
• Die Senatskanzlei beruft Wolfgang Böttjer von der Bremen-Werbung in die Geschäftsführung des Verkehrsvereins. • Der 1. Internationale Bremer Sommer auf dem Marktplatz findet statt. • Das Dom-Museum wird mit Bildern und Gegenständen zur Geschichte des Doms eingerichtet.

1988
• Der Verkehrsverein bezieht neue, moderne Räume am Hillmannplatz (Tivoli-Hochhaus). • Die Speckflagge wird neues Vereins-Signet.

1989
• Senator a. D. Dr. Ulrich Graf legt sein Amt als Vorsitzender des Verkehrsvereins nieder, Ulrich Nölle wird neuer Vorsitzender. • Das Musikfest Bremen hat Premiere. • Die Stadthalle feiert ihr 25-jähriges Bestehen.


Flaggschiff droht zu sinken

Auch bei der Mitgliederversammlung 1980 ist der lange überfällige Neubau der Tourist-Information am Bahnhof nicht in Sicht. Ein kleiner Rückblick: Mitte der fünfziger Jahre wurde der Auskunftspavillon des Verkehrsvereins am Bahnhofsplatz eingeweiht. Mittlerweile sieht das einstige Schmuckstück ziemlich heruntergekommen aus. Dass ein neuer, repräsentativer Touristentreffpunkt für eine Million Mark gebaut wird, in den auch ein Tabakladen, eine Bankfiliale, die Auskunftsstelle der Straßenbahn und ein Café einziehen werden, stellte der Vorsitzende des Verkehrsvereins, Dr. Georg Borttscheller, auf der Jahresversammlung 1969 im Schütting vollmundig in Aussicht. „Für den Bau dieses Hauses werden wir nicht einen roten Heller benötigen“, sagt Borttscheller, die Mitbenutzer des Pavillons würden sich geradezu glücklich schätzen, die anteiligen Kosten des Verkehrsvereins mitzutragen. Der Zugang zum Hauptbahnhof über die Bürgerweide fehlt weiterhin. Die Stadthalle gilt als „Flaggschiff des bremischen Fremdenverkehrs im Veranstaltungsbereich.“ Aber auch das Flaggschiff, Ende 1964 eingeweiht, ist in die Jahre gekommen, muss vom Dach bis in den Keller renoviert werden. „Sonst bricht uns das Ding noch zusammen“, bringt Stadthallenchef Claussen temperamentvoll seine Sorgen auf den Punkt.




Viele Pluspunkte

Die allgemeine wirtschaftliche Talfahrt hat Bremen eingeholt. 1981 gibt es gut 10 Prozent weniger Übernachtungen, die Hotels buchen statt 54,4 nur noch 48,6 Prozent der Bettenausnutzung. Aber noch ist, trotz Rezession und rückläufiger Reiselust, Bremen ein beliebtes, sogar „das bedeutendste Oberzentrum Nordwestdeutschlands“. Das stellt Jürgen Werner in seinem Bericht „Bremen – Treffpunkt im Nordwesten“ auf der Mitgliederversammlung 1982 im Park Hotel nachdrücklich heraus. Als Pluspunkte nennt er ein Dutzend Veranstaltungen, die ihresgleichen in der nordwestdeutschen Landschaft suchen: das Weserstadion mit dem SV Werder, das internationale Reit- und Springturnier, die Rennbahn in der Vahr, die Bürgerweide mit ihrem viel besuchten Freimarkt, die Vegesacker City mit dem Vegesacker Markt, Bremer Sechstagerennen und internationales Catch-Turnier in der Stadthalle u.v.a. Lobende Worte auch zu der Fertigstellung des Nordwestknotens als Verlängerung der Stephanibrücke, der Verschönerung der Vegesacker City, dem Wanderweg zum Uferpark Rablinghausen, um nur einiges zu nennen.




Option auf die Zukunft

„80 Jahre Verkehrsverein – eine Option auf die Zukunft“ – Jürgen Werner nutzt den runden Geburtstag 1983, um eine durchweg positive Bilanz zu ziehen. Das achte Jahrzehnt steht unter vielen guten Sternen, alle made in Bremen. Hierzu gehören das in 250 Kilometern Höhe die Erde umkreisende Spacelab sowie Autos der T-Serie aus dem Hause Daimler-Benz in Bremen. Wissenschaftler des Bremerhavener Polarforschungsschiffes des Alfred-Wegener-Instituts sind in der Antarktis tätig. Rund um den Erdball fliegen Flugzeuge vom Typ Airbus, in wesentlichen Teilen ein Produkt der Bremer Luftfahrtindustrie. Europas größtes Container-Terminal ist in Bremerhaven zu finden. Der SV Werder Bremen gewinnt sozusagen als Geburtstagsgeschenk für den Verkehrsverein die Deutsche Vizemeisterschaft, und die jungen Bremer Gastronomen und Köche sind beim Bundesjugendwettbewerb der Deutschen Gastronomie auf der ANUGA in Köln siegreich. Werner: „Die gesamtwirtschaftliche Situation ist kritisch, der Geschäftsreiseverkehr rückläufig. Aber die Touristen kommen in großer Zahl nach Bremen. Und sie werden wohl wissen warum.“




Wachwechsel

Am 1. Juli 1984 verlässt Jürgen Werner den Verkehrsverein. Der Tourismusexperte wird künftig als Hauptgeschäftsführer des Deutschen Fremdenverkehrsverbandes in Bonn wirken. In seiner Nachfolge kommt erstmals in der Geschichte des Verkehrsvereins eine Frau an das Ruder: Ursel Buchtzik, bislang Leiterin des Kongressbüros und darüber hinaus seit einem Vierteljahrhundert mit der Fremdenverkehrsarbeit in Bremen vertraut, wird Geschäftsführerin.




Stadt der kurzen Wege

Kurzreisen sind ein Vergnügen, das sich der sparsamer gewordene Bundesbürger jetzt öfter gönnt. Dies Verhalten kommt Bremen zu gute. Bei den Städtetouren der Deutschen Bundesbahn (DB) erreicht der Verkehrsverein mit 3.142 Gästen das bisher beste Ergebnis. Die Hansestadt liegt erneut auf Platz 4 unter den rund 60 DB-Zielorten. Bremen hat als Stadt der kurzen Wege für den Städtetourismus beste Voraussetzungen: Wie in kaum einer anderen Stadt liegen hier Hotels und Gaststätten aller Kategorien, die Hauptsehenswürdigkeiten, Museen, Unterhaltungsstätten und Einkaufsbereiche nah beieinander.




Japaner holen auf

Bei den ausländischen Gästen liegen die Skandinavier an der Spitze, die Engländer werden seit Einstellung der Fährverbindung Bremerhaven – Harwich immer seltener. Dafür holen die Japaner auf. Gründe sind die verstärkte Werbung der Deutschen Zentrale für Fremdenverkehr für das Jubiläum „200 Jahre Gebrüder Grimm“ und die Aktivitäten der Arbeitsgemeinschaft „Deutsche Märchenstraße“. Die Zahlen der japanischen Gäste steigen in Bremen von 1.428 im Jahr 1983 auf 3.417 in 1984 bei einer Übernachtungszahl von 5.005. Die Übernachtungen von Japanern in stadtbremischen Hotels machen 3,6 Prozent des Ausländeranteils aus.




Imageverlust vermeiden

Der Verkehrsverein ist Dienstleistungsunternehmen und Werbeträger in einem. Das bedeutet, dass er die angebotenen Offerten auch organisatorisch umsetzen muss. „Wir dürfen es uns nicht leisten“, mahnt Geschäftsführerin Ursel Buchtzik, „auf der einen Seite massiv für Bremen zu werben, auf der anderen Seite die geweckten Erwartungen im Nachhinein unerfüllt zu lassen.“ Das habe langfristig Imageverluste und einen Vertrauensschwund zur Folge. Bremen müsse das halten, was es verspricht. Der Verkehrsverein kann den wachsenden Anforderungen nur dann gerecht werden, wenn die Personaldecke nicht weiter ausgedünnt wird. Bremens Anteil am Tagestourismus zu stärken, geht nur mit besserer personeller Ausstattung.




Eine Fülle neuer Prospekte

Die Werbetätigkeit wird unterstützt durch eine Fülle neuer Prospekte, die 1985 erstmals zum Einsatz kommen: Ein neuer Bremen-Prospekt mit dem Titel „Bremen erleben ... kennenlernen“ liegt in 11 Sprachen vor (deutsch, dänisch, englisch, französisch, italienisch, japanisch, niederländisch, norwegisch, schwedisch, spanisch, arabisch). Auch der Prospekt „Pauschalangebote“ ist neu gestaltet, es gibt ihn in deutscher und englischer Sprache ebenso wie den Prospekt DB-Städtetouren. Auch das Faltblatt „Camping in Bremen“ erscheint in neuer Form (dänisch, englisch, französisch, norwegisch, schwedisch). Der Trend zu schnelleren und kürzeren Reisen macht es auch für den Bremer Verkehrsverein notwendig, durch Präsentationen auf Messen und Zusammenarbeit mit anderen Werbegemeinschaften das Reiseziel Bremen verstärkt in das Bewusstsein zu rufen. Zu diesem Zweck sind Video-Clips und Audiokassetten mit Informationen über Bremen für den Einsatz in Reisebussen herausgegeben worden.




Freimarkts-Originale

Das Kongressbüro des Verkehrsvereins hat auch 1985 wieder alle Hände voll zu tun bei der Organisation des immer beliebter werdenden Freimarktsumzuges, den es seit 1968 gibt. Die Werbung für den 950. Bremer Freimarkt hält eine Überraschung bereit: Das vom Zeichner Volker Ernsting erfundene Freimarkts-Ehepaar Sengstake tritt erstmals in natura auf. Die Bremer Karl-Heinz und Hannelore Sengstake sehen dem gezeichneten Vorbild verblüffend ähnlich. Dabei gab es die Phantasiefiguren zuerst, die Originale meldeten sich später auf einen Zeitungsaufruf.




Konkurrenz ist groß

Der Reaktorunfall in Tschernobyl, verschiedene terroristische Anschläge in Europa und der Kursverlust des Dollars bringen 1986 Turbulenzen in das allgemeine Reisegeschehen. Auch in Bremen muss man vor allem das Ausbleiben amerikanischer Reisegruppen feststellen. Bremen profitiert vom veränderten Reiseverhalten, vom Trend zu Kurztrips, aber auch, weil die Stadt zunehmend an Attraktivität gewinnt. Domshof-Umbau, Stadthallen-Erweiterung und Teerhof-Ideen werden genannt. Aber auch hier gilt die Devise, wer rastet, der rostet: Die Konkurrenz unter den deutschen Städten ist groß. Die stadtbremischen Hotelbetriebe verzeichnen für 1986 ein Plus von 2,9 Prozent bei den Gästeankünften und 2,1 Prozent bei den Übernachtungen. Dennoch ist die durchschnittliche Auslastung auf 41,4 Prozent gesunken (1985: 43,9 Prozent), es stehen 436 Hotelbetten mehr zur Verfügung. Reges Interesse auch an den Stadtführungen: 144.936 Personen nahmen daran teil, 10,6 Prozent mehr als 1985.




Baustelle Innenstadt

Tourismus ist in Bremen 1987 ein echtes Hindernisrennen. Die Innenstadt gleicht einer einzigen Baustelle. „Welche Sorgfalt bei der Planung von Bremen-Besuchen mit Festlegung von Zufahrtsmöglichkeiten, Halteplätzen für Busse, Treffpunkten usw. walten muss, wie umsichtig die Gästeführerinnen tagtäglich neu in Gedanken ihre Touren ablaufen müssen, um die Gruppen unter den gegebenen Umständen optimal führen zu können, welche Probleme trotzdem bei der Abwicklung großer Gruppen zum Beispiel bei Sonderzügen auftreten, vermag wohl kaum jemand zu ermessen“, bringt Geschäftsführerin Ursel Buchtzik die Ärgernisse elegant auf den Punkt. Die Mitgliederversammlung gibt durch Satzungsänderung den Weg frei für eine engere Zusammenarbeit mit der Stadtgemeinde im Interesse der Stärkung des Fremdenverkehrs. Von der Senatskanzlei wird Wolfgang Böttjer von der Bremen- Werbung als weiterer Geschäftsführer in die Leitung des Verkehrsvereins berufen. Fremdenverkehrsmarketing und Werbung sind seine Aufgabengebiete.




Frischer Wind

Das Geschäftsjahr 1988 bringt bedeutsame und entscheidende Veränderungen: die Zusammenlegung mit der Bremen-Werbung, Bereich Tourismus, den Umzug in neue, moderne Geschäftsräume am Hillmannplatz und damit verbunden den Ausbau der Datenverarbeitung und die Schaffung einer zeitgemäßen technischen Büroausstattung. Der Verkehrsverein präsentiert sich mit einem neuen Erscheinungsbild. Das Signet „Speckflagge“ und der Schriftzug „BREMEN. DIE FREIE HANSESTADT“ setzen Signale für die künftige Tourismuswerbung.




Kreml-Gold ist begehrt

Aus dem Veranstaltungsgeschehen 1989 ist es vor allem die Ausstellung „Gold aus dem Kreml“ im Übersee-Museum, die die Tagesarbeit der Tourist-Information über Wochen bestimmt. Während der gesamten Laufzeit der Schau nutzen interessierte Besucher – darunter zahlreiche internationale Gäste – die Möglichkeit, sich zugleich umfassend über die Stadt informieren zu lassen. Es bestätigt sich, dass solch ein kulturelles Ereignis von internationalem Rang außerordentlich imageprägend ist. Aus Sicht des Verkehrsvereins ist diese Ausstellung ein überfälliges Kulturereignis für Bremen. Die Zeichen für eine kontinuierliche Aufwärtsentwicklung des stadtbremischen Fremdenverkehrs sind günstig. Innovationen wie der Bau des Tagungszentrums, des Fallturms, der Lloydpassage, des Neuen Museums Weserburg oder auch die Tourismusförderung für Bremen-Nord setzen Zeichen. Alle tragen zu einem verstärkten Gästeaufkommen bei. Am 29. Juli 1989 tritt der Vorsitzende des Verkehrsvereins, Senator a. D. Dr. Ulrich Graf, nach 14-jähriger ehrenamtlicher Tätigkeit von seinem Amt zurück. Die Mitgliederversammlung wählt ihn zum Ehrenmitglied. Sein Nachfolger wird Ulrich Nölle.




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